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• • • • • (bewertet mit 4 von 5 Punkten)
Die wirkliche Strahlkraft dieses Albums erreicht es nicht etwa durch die zum Teil schlampig aufgezeichneten Songs, an denen auch das nachträgliche Mischen von Phil Spector nicht viel ändern konnte (warum wohl muss er orchestrale Klangteppiche unterlegen?), nein, der Reiz des Albums besteht eindeutig darin, die als letztes erschiene Platte der Beatles in Händen zu halten, auf der der Zerfall und Niedergang der Band dokumentiert und glasklar zu hören sind. Dies umso mehr, wenn man auch noch den Film "Let it be" über die Entstehung des Albums kennt. Kein Beatles-Fan wird das Album deswegen loben, weil es tolle Songs enthält (das auch, sicherlich), sondern weil es eine besondere Entstehungs- und Veröffentlichungsgeschichte hat. Also muss sich hier niemand einen abbrechen, um den bisweilen sehr seichten und lieblos hingeworfenen Stücken etwas epochal-wegweisendes abzugewinnen.
Kein Fan würde das Album über den grünen Klee loben, sondern es nur deswegen besitzen, weil er eben ein Fan ist. Für alle anderen "Musikinteressierte" gilt: es gibt bessere Beatles-Alben, als dieses (Abbey Road z.B. finde ich persönlich um Lichtjahre besser).
Eine Rezension von S. Boerckel > Heidelberg
vom 4. Januar 2010 |